24/08/2015

OLYMPISCHE SPIELE RIO
Erste Eindrücke beim Testevent in Deodoro/BRA




Die olympische Reitanlage


Traditionell findet ein Jahr vor großen Championaten, wie den Olympischen Spielen oder auch den vergangenen Weltreiterspielen, ein Test-Event statt, das als CIC** ausgetragen wird. Eine gute Gelegenheit um die Örtlichkeiten und Bedingungen, die Anforderungen an die Infrastruktur und eventuell auch klimatische Bedingungen kennen zu lernen.



Hier wird das Gelände ausgetragen


Letzteres, die klimatischen Verhältnisse, werden zum Glück nicht extrem sein, denn die Olympischen Spiele finden im Brasilianischen Frühling statt, üblicherweise herrschen dann ideale Temperaturen.

Zum diesjährigen Test-Event waren im Gegensatz zu den vorangegangenen Jahren keine Reiter aus den führenden Reitsportnationen am Start, das lag an logistischen Problemen im Vorfeld und dem großen Aufwand, verbunden mit der langen Reise nach Brasilien. Für das deutsche Vielseitigkeits-Team waren die Bundestrainer Hans Melzer und Chris Bartle vor Ort, sie wurden begleitet von Mannschaftstierarzt Carsten Rohde und Team-Arzt Dr. Manfred Giensch.



Ausschließlich brasilianische ReiterInnen waren am Start


Ob es besondere "Baustellen" in Richtung der Olympischen Reiterwettbewerbe geben wird, diese Frage beantwortete der Geschäftsführer des DOKR, Dr. Dennis Peiler, im Vorfeld des Test-Events gegenüber Uta Helkenberg (FN-Press), die ein Interview mit ihm führte.


FN-aktuell: Gibt es aus Ihrer Sicht eine besondere Baustelle?

Dr. Peiler: Die meisten offenen Fragen betreffen die Themen Infrastruktur, Unterkünfte und Logistik. In Deodoro selbst sind so gut wie keine Unterkünfte zu bekommen. Für unsere Reiter und den Equipechef haben wir daher Zimmer im Olympischen Dorf gebucht, aber auch das weitere Unterstützungspersonal, zum Beispiel der zweite Trainer, Reservereiter, Tierarzt, Schmied, muss ja irgendwo unterkommen. Außerdem muss geklärt werden, wie sie am schnellsten und besten von A nach B kommen. Das Olympische Dorf liegt insofern sehr günstig, dass es nur rund 20 Minuten vom Stadion entfernt ist. Zumindest wenn die geplante Straße inzwischen fertig ist. Das werden wir ja sehen. Bei unserem letzten Besuch fuhren gerade die Bagger vor.



Das olympische Reitstadion


FN-aktuell: Glauben Sie, dass alles rechtzeitig fertig wird?

Dr. Peiler: Das wird schon eine besondere Herausforderung. Aber mit den Fußball-Weltmeisterschaften haben die Brasilianer ja bereits bewiesen, dass sie – wenn auch auf der Zielgeraden – ein solches Großereignis stemmen können. Ich gebe jedoch zu, dass mir die Einhaltung der Zeitpläne schon etwas Bauchschmerzen bereitet.


Bericht: Gabriel Kolb
Bilder: Raphael Macek