23/05/2015

PFINGSTTURNIER WIESBADEN - Julia Krajewski gewinnt CIC***




Nachwuchsreiter im Schlosspark gut drauf
Wiesbaden (fn-press). Julia Krajewski hat die internationale Drei-Sterne-Kurzprüfung beim Wiesbadener Pfingsttturnier gewonnen. Die 26-jährige Warendorferin, Mitglied der Perspektivgruppe Vielseitigkeit, ließ mit ihrem erst neunjährigen Samourai du Thot die Olympiasieger und Weltmeister hinter sich. Darunter Michael Jung (Horb), der bereits vier Mal im Biebricher Schlosspark gewinnen konnte. Er wurde mit Halunke FBW Zweiter. Auf dem dritten Platz landete Andreas Dibowski (Döhle) mit FRH Butts Avedon. „Ich bin schon ein wenig baff über den Sieg“, sagte Julia Krajewski schmunzelnd. „Die Konkurrenz kann schließlich auch reiten.“

Bereits in der Dressur legten Julia Krajewski und der „kleine Sam“ den Grundstock für ihren Erfolg. „Ich war mir vorher nicht ganz sicher, wie er auf die Kulisse reagieren würde. Er ist schon ein lustiges Pferd, der früher auch viel Quatsch gemacht hat. Aber inzwischen ist er erwachsen geworden und weiß, wenn es ernst wird“, sagte sie. Mit 34,2 Minuspunkten verließ sie mit dem zweitbesten Ergebnis das Viereck, blieb fehlerfrei im Springen startete als Letzte mit sattem Vorsprung ins Gelände. Dieser schmolz zwar am Ende zwar etwas zusammen – mit einem Endstand von nur 37,4 Minuspunkten war ihr der Sieg allerdings nicht zu nehmen. Zweiter wurde Michael Jung, der sich dennoch zufrieden zeigte. „Ich hatte ein tolles Gefühl mit Halunke. Es ist ein Turnier mit viel Kulisse und in dem Stadion zu reiten ist nicht einfach.“ Das Muli-Talent hat an diesem Wochenende übrigens noch mehrfach die Chance, die „Championatsatmosphäre“ in Wiesbaden zu testen. Neben Halunke FBW startet er mit fünf weiteren Pferde in den Dressur- und Springprüfungen.

Auf dem dritten Platz des CIC3* landete Andreas Dibowski (Döhle) mit seinem aktuellen Toppferd FRH Butts Avedon. „Avedon ist in sehr guter Form“, sagte „Dibo“. Nachdem er seinen ursprünglich geplanten Vier-Sterne-Start in den USA abgesagt hatte, will er den ehemaligen Bundeschampion nun in vier Wochen in Luhmühlen an den Start bringen. „Wiesbaden ist dafür eine gute Übung gewesen“, sagte Andreas Dibowski, auch wenn er anfänglich nicht sicher gewesen sei, ob Wiesbaden für Avedon das geeignete Turnier ist. „In der Vergangenheit ließ er sich schon gerne einmal von der Umgebung ablenken“, sagte er. Die Bedenken erwiesen sich als unberechtigt, wie das Endergebnis von nur 42,8 Minuspunkten belegt.

Die besondere Schwierigkeit des Geländekurses im Wiesbadener Schlosspark ist der begrenzte Platz, der für die Strecke zur Verfügung steht. Nirgends sonst stehen die Zuschauermassen so dicht gedrängt an der Trasse wie in Wiesbaden. Einmal mehr gelang es Parcourschef Rüdiger Schwarz einen Kurs zu bauen, der wenig Hindernisfehler produzierte, über erlaubte Zeit das Feld dennoch auseinander bekam. Gerade einmal zwei Reiterinnen gelang es, pünktlich und damit ohne zusätzliche Strafpunkte das Ziel im großen Springstadion zu erreichen. Eines davon war Ingrid Klimke (Münster) mit ihrem WM-Pferd Escada JS. Zwei Mal konnten die beiden in Wiesbaden schon gewinnen, in diesem Jahr reichte es trotz der Nullrunde im Gelände „nur“ für Platz vier (46,70).

Freya Füllgraebe gewinnt U25-Förderpreis
Die Zweite, der das Kunststück gelang, war die erst 23-jährige Freya Füllgraebe aus Krefeld. Im Sattel des selbst gezogenen, 18-jährigen Rheinländers Oje Oje legte die ehemalige Europameisterin der Jungen Reiter die schnellste Runde vor. „Es ist typisch für mein Pferd, so schnell zu sein“, sagte die Sport-Studentin Mit einem Endstand von 62,5 Minuspunkten belegte sie Platz 14 und gleichzeitig Platz eins in der Wertung des U25-Förderpreises Vielseitigkeit, der seit einigen Jahren in Wiesbaden Station macht. Zweite in der Wertung wurde der Pechvogel des Turniers, Pia Münker. Die Warendorfer Sportsoldatin, die zusammen mit Julia Krajewski der Perspektivgruppe Vielseitigkeit angehört, hatte mit Louis M mit nur 26,3 Minuspunkten die Dressur vor dem Schloss dominiert. Dem Springparcours konnte der bunte Fuchs am selben Tag allerdings nichts abgewinnen – sechs Abwürfe warf das aktuell sehr erfolgreiche Paar weit zurück. Im Gelände ließen sie es dann ruhiger angehen (67,5) und belegten insgesamt Platz 16. Mit dem dritten Platz wurden Leonie Kuhlmann und Cascora, im vergangenen Jahr noch Mannschaftsvizeeuropameister der Jungen Reiter, bei ihrem ersten Drei-Sterne-Start belohnt (74,8/Platz 21).

„Wir freuen uns, dass wir hier in Wiesbaden sein dürfen“, sagte Bundestrainer Hans Melzer. „Das Turnier gibt vor allem auch unseren jungen Reitern, aber jungen Pferden die Chance, sich unter Championatsbedingungen mit den Topreitern zu messen.“


Um die Wartezeit auf unseren Videobericht zu verkürzen, der am Mittwoch erscheinen wird, hier ein paar Impressionen:

Stadioneinritt der Siegerin Julia Krajewski ...




Helmkamera Ingrid Klimke




Helmkamera Michael Jung



Bericht: Uta Helkenberg / FN-Press
Bild: Rainer Jakob / JakobPhotos

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