CDV-CUP 2015

Westerstede: Lieblingsturnier mit Luigi


Doppelweltmeisterin Sandra Auffarth war die überlegene Siegerin der CDV Cup-Etappe in Westerstede und belegte zusätzlich noch Platz vier. In der CDV Cup-Wertung war es allerdings eine ganz andere, die dem Rest die Show stahl.





Die 22-jährige Laura Henninga brachte ihren neunjährigen Luxius-Sohn Luigi mit ihrem Dressurergebnis von 43,50 Minuspunkten als Fünfte der Gesamt- und Erste der CDV Cup-Wertung ins Ziel. Das Turnier in Westerstede gehört zu ihren Lieblingsveranstaltungen, berichtet die Auszubildende der Milchtechnologie. Milchtechnologie? „Wir machen Butter, Käse, Joghurt, Pulver usw. Kein alltäglicher Beruf, ich weiß. Aber abwechslungsreich und außerdem ist die Suche nach dem richtigen Job ja nicht leicht. Ich habe ein Praktikum gemacht. Das hat mir gefallen, und dann habe ich da angefangen.“ Und nebenbei immer geritten.

Schon von klein auf hatte Laura Henninga immer mit Pferden zu tun. Ihre Großeltern betrieben noch Landwirtschaft. Als sie drei Jahre alt war, bekam sie ihr erstes Shetlandpony, von dem sie „häufiger runtergefallen als draufgeblieben ist“, wie sie sagt. Laura wurde größer, die Ponys und die Leidenschaft für die Vielseitigkeit auch. In ihrem letzten Juniorenjahr nahm Laura an den Deutschen Meisterschaften teil. Das war 2010, das Jahr, in dem sie auch den damals vierjährigen Luigi erwarb. Ihre DJM-Partnerin verkaufte sie, Luigi durfte bleiben. Damals war er noch unerfahren, kannte keine Parcourshindernisse, geschweige denn Geländesprünge. Doch schon im nächsten Jahr qualifizierte er sich fünfjährig fürs Bundeschampionat und konnte sich als Sechsjähriger sogar im großen Finale platzieren.

Alles deutete auf eine rasante Karriere für das Paar hin. Siebenjährig ritten Laura und Luigi die VM in Westerstede und hätten sich auch platziert, wenn Laura im Gelände nicht ein Tor ausgelassen hätte („Das passiert mir nie wieder!“). Das war Pech, aber ansonsten lief alles blendend. Doch dann wendete sich das Schicksal. Luigi ging plötzlich unklar und niemand fand so recht die Ursache. Er wurde in verschiedenen Kliniken untersucht. Die Diagnosen reichten von arthritischen Veränderungen in der Halswirbelsäule bis hin zu Problemen mit dem Fesselträger. Am Ende entschloss Laura Henninga sich, ihr Pferd ein Jahr lang pausieren zu lassen. So stand Luigi im vergangenen Jahr praktisch nur auf der Weide. Erst 2015 wurde er wieder trainiert und dankt es seither mit beständiger Form. Für diese Saison hat Laura Henninga sich das CDV Cup-Finale in Rüspel vom 18. bis 20. September noch fest vorgenommen. Wie es dann im kommenden Jahr weitergeht, das will sie erstmal auf sich zukommen lassen.

Warum Westerstede eines der Lieblingsturniere von Laura Henninga ist? Das ist schnell gesagt: „Das Gelände ist anspruchsvoll, aber fair, Dressur- und Springplätze schick und die Organisation läuft!“ Das würden auch die Profis wie Sandra Auffarth und Ina Tapken bestätigen, berichtet Parcourschef Uwe Meyer: „Die Reiter waren alle sehr zufrieden und bestätigten, dass die Strecke den Pferden Lust auf mehr macht. Wir haben sie aufgrund des heißen Wetters nicht zu lang gemacht.“ Das zahlte sich aus. Es gab nur eine Verweigerung, aber keinen einzigen Sturz. Zwar waren einige Hindernisse mit dem MIM-System bestückt, aber das wurde nicht ausgelöst. Fazit: Tolles Turnier, super Stimmung, weitermachen!

Zweitbeste Reiterin der CDV Cup-Wertung wurde die Ostwestfälin Louise Brachtvogel auf dem in Bayern gezogenen Ostermond xx-Sohn Eowin. Sie fügte ihrem Dressurergebnis von 53,20 Minuspunkten noch vier Strafpunkte für einen Abwurf im Springparcours hinzu und wurde damit in der Gesamtwertung Zehnte. Patrick Schlösser und Little Legend ritten eine ordentliche Dressur (49,60), waren null im Cross, hatten aber acht Fehler im Parcours. Machte 57,60 Minuspunkte und war der elfte Platz bzw. der dritte im CDV Ranking.

Die Gesamtwertung gewann Doppel-Weltmeisterin Sandra Auffarth auf ihrem Nachwuchspferd Viamant du Matz, einem Selle Français-Hengst v. Diamant de Semilly, der schon nach der Dressur mit 36,30 Minuspunkten in Führung gegangen war und diesem Ergebnis auch in Cross und Parcours nichts hinzufügte. Mit Tabea Johanna Henze und Payman reihte sich eine ehemalige CDV Cup-Finalistin auf dem zweiten Platz ein (36,70). Dritter wurde Maximilian Fritsch mit Korsika (42,70).

Die CDV Cup-relevanten Ergebnisse in der Übersicht:

1. Laura Henninga, Luigi (Gesamtwertung Platz 5)
2. Louise Brachtvogel, Eowin (10)
3. Patrick Schlösser, Little Legend (11)
4. Katharina Habazettl, Embassy Junior (16)
5. Miriam Conrad, Don Junior (20)
6. Max Braucksiepe, Felix (22)
7. Karsten Jaspers, Duke’s Delight (26)

Bericht: Dominique Wehrmann
Bild: Silke Meyer



CDV-CUP 2015

Valluhn: Alinas große Show


Der Trakehnerhof Valluhn in Mecklenburg-Vorpommern war die letzte Sichtung für das CDV Cup-Finale 2015 in Rüspel (18. bis 20. September). Wieder einmal zeigte sich: der deutsche Vielseitigkeitsnachwuchs ist stark!

Erste L-Vielseitigkeit, internationale Konkurrenz, Platz zwei insgesamt, beste CDV Cup Reiterin – die Wochenend-Bilanz von Alina Dibowski, der 14-jährigen Tochter von Olympiasieger Andreas Dibowski, und ihrem erst sechsjährigen Barbados in Valluhn kann sich wirklich sehen lassen. Darüber war sie selbst erstaunt, wie sie zugibt: „Das war sehr überraschend. Mein Ziel war es eigentlich nur, null durchzukommen und eine solide Leistung zu bringen.“ Ziel mehr als erfüllt, kann man da wohl sagen. Den Grundstein dafür legte Alina mit einer 47,30 Minuspunkte-Dressur, mit der „sie sich selbst übertroffen hat“, wie sie sagt. Da lag sie noch an vierter Stelle. Im Gelände lief dann alles wie am Schnürchen, und wie geplant, kam Alina ohne einen einzigen Zeit- oder Hindernisfehler ins Ziel. Lediglich im Parcours fiel eine Stange – „Mein Fehler!“, räumt Alina selbstkritisch ein und findet: „Im Springen allgemein muss noch sicherer werden.“ Dafür hat sie ja auch noch eine Menge Zeit mit ihren gerade mal 14 Jahren. Unter dem Strich kamen die beiden auf 51,3 Minuspunkte und wurden Zweite in der Gesamtwertung hinter der Schwedin Maria Näsström-Petersen auf Casino Express.

Ihre erste Vielseitigkeit ritt Alina „so mit zehn oder elf“,genau weiß sie das selbst nicht mehr. Pferde haben sie aber natürlich schon ihr Leben lang begleitet. Die Leidenschaft fürs Buschreiten erwachte vor allem mit Pony Enjoy. Noch immer ist sie im Ponysport aktiv. Zwei Wochen vor Valluhn war sie niedersächsische Landesmeisterin geworden. Demnächst geht es zum Bundesnachwuchschampionat. Das dann allerdings nicht nur mit den Ponys, sondern auch ihrem Partner aus Valluhn, dem sechsjährigen polnischen Vollblüter Barbados. „Den habe ich Papa ein bisschen abgeschmeichelt“, verrät Alina. Denn Barbados passt perfekt zu ihr, wie Alina erklärt: „Für sein Alter ist er schon sehr reif. Außerdem spricht er mich auch so schon an.“ Damit der Wallach noch ein bisschen mehr Prüfungserfahrung sammelt, wird er vorerst auch weiterhin noch vom Vater mitgeritten.

Zweiter in der CDV Cup-Qualifikation und Dritter insgesamt wurde der 18-jährige Paul Behmann auf seinem bewährten Las Vegas. Seit rund drei Jahren sind die beiden ein Team. Zuvor war Paul schon auf Ponys erfolgreich gewesen. Auch er kommt aus einer Vielseitigkeitsfamilie. Seine Eltern richten die Vielseitigkeit in Holzerode aus. Kein Wunder also, dass Pauls Herz für den Busch schlägt. Mit Las Vegas, einem westfälischen Lupicor-Sohn, hat er unter anderem schon an den Deutschen Meisterschaften der Vielseitigkeitsjunioren teilgenommen. In Valluhn war er Alina Dibowski dicht auf den Fersen: 51,7 Minuspunkte lautete sein End- und zugleich auch Anfangsergebnis aus der Dressur. Weder im Cross, noch im Parcours machten er und Las Vegas einen Fehler. Das bescherte ihnen den dritten Platz im Gesamt- und den zweiten im CDV Cup-Ergebnis. Anouk Elferink reihte sich mit Miss Undercover als drittbeste CDV Cup-relevante Reiterin dieser Abteilung dahinter ein (61,6 Sechste in der Gesamtwertung).

Die weitere VL-Abteilung für Reiter mit 180 und mehr Ranglistenpunkten entsprechend prominent besetzt. Auch hier ging der Sieg nach Schweden, an Christoffer Forsberg mit dem Bayern-Hengst Killrun v. Chico’s Boy und dem Endergebnis von 41,90 Minuspunkten. Hinter all den bekannten Namen wie Peter Thomsen, Louise Svensson-Jähde (SWE), Nicolai Aldinger und anderen, reihte sich Georg von Schiller, ein 16-jähriger Nachwuchsreiter, der mit einem Pferd unterwegs ist, das bereits CDV Cup-Geschichte geschrieben hat: Delektra, einer jetzt zehnjährigen Trakehner Stute, die mit Georgs Mutter Jeanette von Schiller das Finale 2012 in Bad Harzburg für sich entscheiden konnte. Die beiden starteten mit einer super Dressur von 42,40 Minuspunkten, glänzten im Busch ohne Zeit- und Hindernisfehler, kamen dann aber mit neun Fehlern aus dem Springparcours. So wurde aus dem möglichen zweiten der neunte Platz aber das beste CDV Cup-relevante Ergebnis (51,40) dieser Abteilung. Jeanette Kalis und Wellenstein, ebenfalls zwei „alte Hasen“ der Serie, die sich auch in dieser Saison bereits an anderer Stelle qualifiziert hatten, wurden Zweite (Rang 13 insgesamt, 53,80 Minuspunkte) vor der einstigen Luhmühlen-Reiterin Annekatrin Franzky auf ihrem neuen Eisen im Feuer: Kilkenny Cat v. Grafenstolz. Mit genau 55 Minuspunkten verpasste Franzky als Nummer 16 die Platzierung um einen Rang.

Ob ganz vorne oder nur mit dabei, glücklich waren die Teilnehmer eigentlich alle, weiß Andrea Köster als Organisatorin im Veranstalterteam zu berichten: „Wir haben ganz viel positives Feedback bekommen, sowohl von den Reitern als auch von den Richtern Horst Karsten und Fritz von Blottnitz.“ Was allen Beteiligten besonders gefällt, sei der einladende Aufbau, bei dem die Pferde neben den technischen Abfragen auch zum galoppieren kommen, berichtet Köster weiter. Außerdem hat es in Valluhn Sandboden, der auch nach einer Woche Regen noch gut zu bereiten ist. Viel Lob von allen Seiten und doch ist das Turnier gefährdet. Denn der Reitbetrieb soll verpachtet werden, und derzeit weiß niemand wie es weiter geht. Hoffnung macht Andrea Köster, dass auch prominente Reiter wie Elmar Lesch sich dafür einsetzen, dass Valluhn bleiben kann. „Elmar sagt, diese Turniere sind wichtig für die Basisarbeit!“ Denn so erfolgreich Deutschland auf internationalem Parkett derzeit auch ist, was die Startmöglichkeiten angeht, können wir uns vom Mutterland der Vielseitigkeit, Großbritannien, noch einiges abschauen. Darum ist es wichtig, die kleineren Turniere zu unterstützen und zu bestärken.

Die Ergebnisse im Überblick

1. Abteilung (bis 179 Ranglistenpunkte)

1. Alina Dibowski, Barbados (2. insgesamt)
2. Paul Behmann, Las Vegas (3.)
3. Anouk Elferink, Miss Undercover (6.)
4. Juliane Barth, Alani (7.)
5. Dr. Jette Pagenstecher, Cornelius (9.)
6. Melanie Saxe, FRH Butts Leonardo (11.)
7. Friederike Schmidt, Cato G (12.)
8. Gina Schulze, Shalima Noir (13.)
9. Jan Gero Kurtenbach, His Passion (14.)
10. Andreas Köster, Maximus (15.)

2. Abteilung (ab 180 Ranglistenpunkte)

1. Georg von Schiller, Delektra (9.)
2. Janette Kalis, Wellenstein (13.)
3. Annekatrin Franzky, Kilkenny Cat (16.)
4. Sabrina Siemsglüß, Casey Colleen (17.)
5. Sabrina Siemsglüß, Little Lance (19.)
6. Christin Schmitz, Una Corda (21.)
7. Janette Kalis, Laura Lee (25.)
8. Sophie Raedel, Soraya (33.)




CDV-CUP 2015

Phöben: Versammelte Prominenz im Osten


Phöben war die fünfte von acht Stationen im CDV Cup 2015. Peter Thomsen, Elmar Lesch sowie einige internationale Starter waren dem Ruf nach Brandenburg gefolgt. Beste für den CDV Cup relevante Reiterin war Sophie Raedel.



Die 20-Jährige ist ein bekanntes Gesicht des CDV Cups. Bereits 2014 konnte sie sich fürs Finale qualifizieren. Dasselbe gilt auch für die Zweiplatzierte der CDV Cup-Wertung in Phöben, Jenny Zimbel. Sophie Raedel saß wie schon 2014 auch diesmal im Sattel ihrer DSP-Stute Soraya. Nach einer 42er-Dressur und fehlerfreiem Springen kamen im Phöber Gelände 8,4 Zeitstrafpunkte hinzu. Machte in Summe 50,4 Minuspunkte und damit Platz sechs insgesamt bzw. Rang zwei in der CDV Wertung. Dass dieses Paar wieder vorne in den Platzierungslisten zu finden ist, ist umso erfreulicher als da Sophie befürchtete, ihre Saccor-Tochter verkaufen zu müssen, wenn sie zum Studium nach Berlin geht. Jenny Zimpel (37) ist ebenfalls Berufsreiterin. Wie schon im vergangenen Jahr Luheli MG ritt sie auch diesmal wieder ein Pferd des Trakehner Gestüts Grigoleit: die Lordanos-Tochter Famira, die allerdings keinen Elchschaufel-Brand trägt, sondern als Deutsches Sportpferd eingetragen ist. Lediglich 0,4 Strafpunkte für Zeitüberschreitung fügten die beiden ihrem Dressurergebnis von 51 Minuspunkten hinzu. Damit wurden sie Siebte der Gesamtwertung und Dritte im CDV Ranking – und das bei ihrer zweiten VL überhaupt.



Die Strecke in Phöben war sehr einladend gebaut mit liebevoll gestalteten Hindernissen, unter anderem einem vom CDV. Für leichte Irritation sorgte bei einigen Pferden allerdings das Krämer-Coffin. Quasi als Ausgleich durften die Platzierten der CDV Cup-Wertung sich dafür hinterher über die wertvollen Ehrenpreise des CDV-Sponsors freuen. In der Gesamtwertung landete Janet Wiesner mit Golden Joy einen Start-Ziel-Sieg. Das Paar, das bereits Drei-Sterne-Erfolge vorweisen kann, war bereits nach der Dressur mit gerade mal 30 Minuspunkten in Führung gegangen und dabei blieb es bis zum Schluss. Zweiter wurde Mannschaftsolympiasieger Peter Thomsen auf Sir Boggles (45,50).



Über 40 Starter waren in der VL unterwegs. Tragischerweise überschattete ein Zwischenfall den Geländetag. Malin Petersen, einst schwedische Bereiterin im Stall von Peter Thomsen und inzwischen selbstständig niedergelassen in Schleswig-Holtein steuerte mit ihrem Iren Papagayo Secret den Sprung 6 an. Der Wallach sprang nicht richtig ab und stürzte. Noch ist nicht ganz klar, ob er schon vorher Probleme hatte oder sich bei dem Sturz massive Verletzungen zugezogen hat. Er verstarb noch auf dem Turnierplatz. Eine Obduktion soll nun die Todesursache feststellen. Die Reiterin hat bis auf ein paar Blutergüsse keine körperlichen Schäden davon getragen. Ihr und den Pferdebesitzern gilt unser tief empfundenes Mitgefühl!

Die CDV Cup-relevanten Ergebnisse im Überblick

1. (insgesamt Rang 6) Sophie Raedel, Soraya (50,40 Minuspunkte)
2. (7) Jenny Zimpel, Famira MG (51,40)
3. (8) Roland Markert, Skydancer (51,50)
4. (11) Lena Pede, Mr. Berny (54,0)
5. (13) Dr. Moritz Sponagel, Siddharta (56,50)
6. (15) Nicole Wothke-Liefeldt, Confina (58,20)
7. (16) Dr. Maximilian Sponagel, Quitte (58,80)
8. (17) Katja Meinecke, Abington (61)
9. (21) Andreas Köster, Maximus (67,50)
10. (22) Christian Nitschke, Legurio (67,60)

Die nächste CDV Cup-Etappe steht für das Wochenende vom 19. bis 21. Juni in Überherrn auf dem Programm.



CDV-CUP 2015

Charlotte Regier sichert sich dritte Etappe


Löningen: Gestern Pony-Europameisterin, heute CDV Cup-Etappensiegerin

Die dritte Etappe des CDV Cup fand in Löningen statt. Eine inkognito startende einstige Ponyeuropameisterin holte den Sieg.

Die Familie Brundiers aus dem Vorstand des Veranstaltervereins Löningen-Ehren ist der Vielseitigkeit generationenübergreifend verbunden. Das merkt man. Egal, wen man fragt, alle Reiter loben die herzliche Atmosphäre ihres Turniers, die abwechslungsreiche und anspruchsvolle, dabei aber faire Strecke und vor allem: die Hindernisse. „Bitte erwähnen Sie, wie viel Mühe meine Frau Helga sich immer bei der Gestaltung der Sprünge gibt“, ist beinahe der erste Satz, den Turnierleiter Wilhelm Brundiers nach seinem Turnierfazit befragt verliert. Dieser Aufforderung hätte es gar nicht bedurft. Pferdewirtin Anna Alberts, mit ihrem Frederic zweitbeste CDV Cup-relevante Starterin, erklärte: „Wahnsinn, wie viel Mühe die sich hier mit der Gestaltung geben. Das gefällt mir sehr.“ Und auch die erst 15 Jahre alte Leonie Rieth, die im CDV Ranking Dritte wurde, sagt: „Ein richtig tolles Gelände! Allein schon wie die Sprünge aufgebaut waren – einfach toll!“ Anspruchsvoll war der Kurs allein schon deswegen, weil die Pferde ihn direkt im Anschluss an den Springparcours absolvieren mussten. Das war für manchen eine konditionelle Herausforderung.



„Es hätte auch eine Minute weniger sein können“, meinte Charlotte Regier (Bild oben), vor ihrer Hochzeit besser bekannt als Charlotte Offeney, Siegerin der CDV Cup-Wertung und Vierte insgesamt mit ihrem irischen Wallach Marchesi Impel de Reve, kurz „Mojo“. 2003/2004 war Charlotte Europas beste Ponyreiterin. Nun ist sie 27, macht gerade ihren Master in Architektur und ist froh, dass sie neben dem Studium in Hannover und dadurch bedingter derzeitiger Fernbeziehung zu ihrem in Hamburg ansässigen Mann noch Zeit zum Reiten findet. „Alles eine Frage der Organisation“, sagt die Fünftplatzierte der Germany’s Next Topmodel-Staffel von 2006. Daher hatte die Sache mit dem geänderten Ablauf auch etwas entschieden Positives für sie: „Das war eigentlich ganz schön, weil man dann gleich alles in einem Abwasch hat!“ Auch wenn die Vielseitigkeitsreiterei ein zeitraubendes Hobby ist, wäre sie ohne nicht glücklich – „Ich liebe die Atmosphäre bei Vielseitigkeiten. Alles ist ruhig und entspannt, völlig anders als bei reinen Dressur- und Springturnieren.“ Dabei hätte sie mit ihrem zehnjährigen Mojo ein fantastisches Springpferd unter dem Sattel, wie ihr Trainer, der Reitmeister und Olympiabronzemedaillengewinner von 1988, Karsten Huck, nicht müde wird, ihr zu erzählen. Das weiß Charlotte aber ohnehin: „Ich merke das im Sattel richtig, dass er total Bock auf Parcours hat. Gelände findet er auch toll. Aber beim Springen ist er zuhause. Dressur findet er eher doof.“ Typisch Ire halt. Auf der grünen Insel wuchs der Wallach auf. Fünfjährig entdeckte Charlottes Vater ihn als damals reines Springpferd. Erst bei Charlotte ging es ernsthaft ans Geländetraining. Derzeit sind die beiden erfolgreich auf Ein-Sterne-Niveau. Das CDV Cup-Finale in Rüspel haben sie fest im Blick. „Das ist ein tolles Turnier und der CDV Cup ist eine super Sache, weil man dabei den Ansporn hat, einer Sache zu folgen.“



Auch die Zweiplatzierte der CDV Wertung, Anna Alberts (Bild oben), ebenfalls 277 Jahre alt, kann sich gut vorstellen, in Rüspel zu starten. Neben ihren Berittpferden hat sie sechs eigene, darunter M-erfolgreiche Dressur- und S-erfolgreiche Springpferde. „Aber es gibt nichts Besseres als Busch! Da muss man das Vertrauen der Pferde haben, sonst geht es nicht. Das ist für mich das Schönste.“ Ihren Frederic, ein Don Frederico-Sohn aus einer Mutter v. Royal Diamond – also eine eher ungewöhnliche Abstammung für den Vielseitigkeitssport, hat sie selbst angeritten. Danach ging er zu einem anderen Ausbilder, wurde aber später wieder in ihre Hände gegeben. „Damals meinte ich aus Scherz, ,Na, dann geht er aber auch Bundeschampionat!’“, erinnert sie sich. Und dann wurde aus Spaß Ernst. Fünf- und sechsjährig trat Frederic in Warendorf gegen die besten Nachwuchsvielseitigkeitspferde Deutschlands an. Danach verletzte er sich und musste ein Jahr pausieren. Nun ist er acht Jahre alt und wieder voll da. Das Ziel für dieses Jahr ist eine Ein-Sterne-Prüfung. Rüspel käme den beiden da sehr gelegen …



Die erst 15 Jahre alte Leonie Rieth (Bild oben), Sechste der Gesamt- und Dritte der Einzelwertung, hatte von Anfang an mit dem CDV Cup-Finale geliebäugelt. Sie reitet derzeit ihr letztes Ponyjahr und wird dort ohnehin bei den Deutschen Meisterschaften der Ponyreiter an den Start gehen. Da kann sie dann gleich ihre Stute Eine wie Keine mit aufladen. Eine wie Keine soll die Nachfolge von Maddox antreten, mit dem erst Leonies Schwester Julia hoch erfolgreich im Busch unterwegs gewesen war und nun Julia. Eine wie Keine macht ihrem Namen alle Ehre, wie Leonie betont: „Sie weiß wie toll sie ist!“ Die El Bundy-Tochter ist zehnjährig und hat bereits internationale Zwei-Sterne-Erfahrung. Leonie hat sie seit Februar und ist seither einige A-Prüfungen mit ihr geritten. Dies war die erste VL für die beiden. „In diesem Jahr ist noch Gewöhnungsphase.“ Nächstes Jahr würde ich dann gerne die Deutschen Junioren-Meisterschaften anpeilen. Die sind bekanntlich auf Ein-Sterne-Niveau. Da kommt der CIC* in Rüspel gegen Ende der Saison doch gerade richtig zur Einstimmung auf das kommende Jahr …

Die CDV Cup-Wertung in Löningen im Überblick

1. (4. insgesamt) Charlotte Regier, Marchesi Impel de Reve (60,40)
2. (5.) Anna Alberts, Frederic (64,50)
3. (6.) Leonie Rieth, Eine wie Keine (65,10)
4. (8.) Kirsten Honekamp, Valentina B (68,70)
5. (9.) Anna Alberts, Donna (69,70)
6. (11.) Dörte Kruse, Escudero (74,30)
7. (19.) Juliane Barth, Alani (89,20)
8. (20.) Miriam Conrad, Don Junior (91,60)
9. (21.) Laura Henninga, Luigi (97,30)
10. (22.) Sabine Flörkemeier, Cloncoose Luxor (98,60)

Die nächste CDV Cup-Etappe findet am 13./14. Juni in Warder statt.

Bericht: Dominique Wehrmann
Bilder: Ronald Hogrebe